Läuse

 

Kopfläuse kann jeder bekommen!

 

Verlausung ist keine Angelegenheit der persönlichen Sauberkeit, denn auch auf einem hygienisch einwandfrei gepflegten Kopf können sich Läuse wohl fühlen und vermehren.

 

Der Hauptgrund für die zunehmende Verlausung ist Unkenntnis der Übertragung, Vermehrung und Bekämpfung der Schmarotzer. Es ist keine Schande, Läuse zu bekommen, wohl aber eine, sie zu behalten.  Die Übertragung der Kopfläuse erfolgt von Mensch zu Mensch durch Überwandern der Parasiten von einem Kopf zum anderen.

 

Auch über verlauste, nebeneinanderhängende Kopfbedeckungen oder über gemeinsam benutzte Kopfunterlagen, Decken, Kämme, Haarbürsten, Spieltiere und dergleichen ist eine Weiterverbreitung möglich.

 

 

 

 

Wie entdeckt man Kopfläuse und ihre Nissen? 

 

Wenn der Kopf mehr als gewöhnlich juckt, so dass ständig gekratzt wird oder gar bereits Kratzwunden an den Rändern der Kopfbehaarung bestehen, dann sollte nach den Blutsaugern und ihren Eiern (Nissen) gefahndet werden.  Ausgewachsene Kopfläuse sind bis zu 3 mm groß und von grauer bzw. nach dem Saugen von Blut von rötlicher Farbe. Entdecken wird man sie besonders auf stärker befallenen Köpfen.  Gesucht werden sollte auch nach den Nissen. Ein Weibchen legt bis zu 9 Eier pro Tag. Die ca. 0,8 mm langen, knapp stecknadelkopfgroßen Eier sind mit dem bloßen Auge gerade noch erkennbar. Sie haben eine weißlich bis gelblich glänzende Oberfläche. Im Gegensatz zu Hautschuppen sind sie fest mit den Haarschäften verbunden. Manchmal sind sie wie Perlen an einer Schnur am Haar festgeklebt. Sie lassen sich so auch nicht durch einfache Kopfwäsche entfernen. Wegen ihrer Kleinheit entgehen sie einem Abstreifen durch gewöhnliche Kämme. Wenn sich nach 8 Tagen aus den Nissen Larven entwickeln, verbleibt die leere Hülle weiter festklebend an den Haaren.  Läuse und ihre Nissen wird man bevorzugt am Haaransatz des Hinterkopfes, hinter den Ohren und an den Schläfen finden. Man scheitelt dazu das Haar mit einem Kamm und geht Strich für Strich auf die Suche. 

 

 

 

So wird man die Quälgeister wieder los: 

 

Die Bekämpfung von Läusen erfolgt mit in Apotheken erhältlichen für diesen Zweck geprüften und zugelassenen Mitteln. Die Auswahl des geeigneten Mittels ist Sache des Arztes. 

 

 

 

Vorbereitung:

 

Vor Anwendung der zugelassenen Entlausungsmittel sollte das Kopfhaar gründlich mit warmem Wasser durchfeuchtet werden (selbst dann, wenn nach mancher Gebrauchsanweisung das Mittel in das trockene Haar eingebracht werden soll). Dies dient zur Erweichung der Kopfhaut. Danach ist das Haar mit einem FrotteeHandtuch leicht abzutrocknen. Das Handtuch wird bei 60°C gewaschen. 

 

 

 

Mittelanwendung:

 

Es ist ratsam, während der unbedingt einzuhaltenden Einwirkzeit des Entlausungsmittels zur Steigerung der Wirkung eine Badekappe oder etwas Ähnliches aufzusetzen. Bei fachgerechter Anwendung besitzen die zugelassenen Präparate bei Kopfläusen eine gute Wirksamkeit. Die Eier (Nissen) werden hingegen nicht immer hundertprozentig abgetötet. Deshalb ist es wichtig, nach einer Kopfbehandlung die Nissen sehr sorgfältig zu entfernen! 

 

 

 

Nissenentfernung:

 

Ein mehrfaches Spülen der Haare mit lauwarmem Essigwasser (3 Esslöffel Essig auf 1 l Wasser) erleichtert die Ablösung der Nissen. Diese werden nach der Spülung mit einem speziellen Nissenkamm herausgekämmt. Man beginnt dicht am Haargrund und kämmt in Richtung Haarende. Gute Nissenkämme sind nicht aus Kunststoff, sondern aus Metall und z. B. in Apotheken erhältlich (unter 10 €). Während des Auskämmens sollte vorzugsweise ein sehr heller oder sehr dunkler ungemusterter Schulterumhang umgelegt werden. Dadurch werden die ausgekämmten Nissen besser sichtbar. 

 

 

 

Sichtkontrolle:

 

Nach dem Auskämmen der Nissen werden die Haare vom Nacken her in kleinen Büscheln gesichtet und Haare mit noch anhaftenden Nissen bzw. Nissenhüllen nahe der Wurzel abgeschnitten. Um Nissen nicht mit Haarschuppen oder HaarsprayTröpfchen zu verwechseln, sollte bei der Suche eine Lupe benutzt werden. Diese Methode ist sehr zeitaufwendig, hat sich aber in der Praxis bewährt.   

 

 

 

Nach 8 – 10 Tagen Nachbehandlung! 

 

Da bei der Erstbehandlung der Kopfläuse einige Nissen überlebt haben könnten, empfiehlt das Gesundheitsamt dringend nach 8 – 10 Tagen eine Wiederholung der chemischen Behandlung. Auf alle Fälle ist der Behandlungserfolg dann noch einmal sorgfältig zu überprüfen. Die Zeit von 8 – 10 Tagen entspricht dem längsten Zeitraum zwischen Eiablage und Ausschlüpfen der Larven. Wird die Nachbehandlung bei überlebenden Nissen versäumt, so wird der Kindergarten bzw. die Schule erfahrungsgemäß 2 – 3 Wochen später erneut ein Kopflaus-Problem melden müssen.   

 

 

 

 

 

Entwesung der Umgebung 

 

Zur völligen Tilgung des Kopflausbefalles und zur Vorbeugung gegen Neuansteckung ist außer der Behandlung der Kopfhaare eine gründliche Reinigung des Kammes sowie der Haar und Kleiderbürsten notwendig. Handtücher, Unter - und Bettwäsche sollten sicherheitshalber gewechselt und bei 60°C gewaschen oder gereinigt werden. Die Oberbekleidung , in der sich ausgestreute Kopfläuse befinden können, muss entweder bei 60°C gewaschen oder in einen gut schließbaren Plastikbeutel gesteckt und darin für vier Wochen belassen werden. Dadurch wird eine Abtötung der Läuse und ein Aushungern der später noch schlüpfenden Larven erzielt.  Alternativ könnte die Oberbekleidung mit Jacutin N besprüht werden. Hier wäre zur Dekontamination ebenfalls eine anschließende Reinigung erforderlich. 

 

 

 

Die Aufenthalts und Schlafräume der befallenen Person einschließlich der Polstermöbel sollten mit einem Staubsauger gründlich von losen Haaren gereinigt werden. Dies gilt auch für textile Kopfstützen , vor allem in Schulbussen, und textiles Spielzeug , wie Plüschtiere in Gemeinschaftseinrichtungen. Durch das Tiefkühlen von Gegenständen in Kälteboxen bei –10 bis –15 °C werden die Kopfläuse schon nach einem Tag abgetötet.  

 

 

 

Schul-, Kindergartenverbot / Wiederzulassung 

 

Die Erziehungsberechtigten haben melden der Schule unverzüglich die eine Verlausung ihrer Kinder.  

 

          Kinder, bei denen ein Kopflausbefall festgestellt wurde, dürfen Schulen, Kindergärten und ähnliche Einrichtungen nicht betreten, bis nach dem Urteil des behandelnden Arztes eine Weiterverbreitung der Verlausung durch sie nicht zu befürchten ist.

 

          Die gesetzlich vorgeschriebene ärztliche Beurteilung sollte schriftlich erfolgen und ausdrücklich Läuse- und (!) Nissenfreiheit bestätigen.

 

 

 

Da erfahrungsgemäß leicht einmal eine überlebende Nisse übersehen wird, empfiehlt das Gesundheitsamt im Zweifelsfall nicht nur eine chemische Wiederholungsbehandlung, sondern (gem. einer Anregung durch das Umweltbundesamt) den Schulen ebenfalls nach  8 – 10 Tagen noch die Anforderung einer ärztlichen Läusefreiheitsbescheinigung. Jedes verlauste Kind sollte folglich den Behandlungserfolg mindestens zweimalig kontrollieren lassen!